Nordrhein-WestfalenKrefelder Bürgermeister will über dauerhaften Muezzinruf reden

KREFELD. Der Krefelder Bürgermeister Frank Meyer (SPD) hat zugesichert, sich mit der örtlichen moslemischen Gemeinde über einen dauerhaften Muezzinruf auszutauschen. Dabei gehe es um die Frage, den Gebetsruf für die gläubigen Moslems einmal pro Woche zu erlauben, berichtete der WDR.

Die Diskussion darüber war wegen der Corona-Einschränkungen während des islamischen Fastenmonats Ramadan aufgekommen. Da es den Gläubigen wegen der Pandemie nicht erlaubt war, sich in der Moschee zu treffen, hatte die nordrhein-westfälische Stadt den Muezzinruf einmal täglich erlaubt. Gläubige sagten dem Sender: „Es war ein unglaubliches Gefühl, das man nicht beschreiben kann.“

Gröhe erteilt Forderungen Absage

Die FDP hatte sich bereits dafür ausgesprochen, die Erlaubnis auch über den Fastenmonat hinaus zu verlängern. „Im Grundgesetz ist die freie Religionsausübung verankert“, betonte Krefelds FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Heitmann. Die nordrhein-westfälische CDU lehnt dieses Vorhaben ab.

Bereits Ende April hatte sich der Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der Unionsfraktion im Bundestag, Hermann Gröhe (CDU), gegen einen dauerhaften Muezzinruf ausgesprochen. Dabei handle es sich um „eine verbale, exklusive Gottesverkündung“ und sei damit Bestandteil des Gebets. (ag)