Nicht sagen, was ist

Die Wahl der neuen Vorsitzenden der SPD, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, sorgte im In- und Ausland für große Verwunderung. Was treibt die Mitglieder dieser Partei und die Delegierten ihres jüngsten Parteitages dazu, zwei (bundespolitischen) Nobodys die Führung ihrer Partei anzuvertrauen und gleichzeitig einem national wie international erfahrenen sowie bei den Wählern anerkannten Bundespolitiker wie Olaf Scholz den Stuhl vor die Tür zum Parteivorsitz und zur Kandidatur für das Kanzleramt zu stellen? Begehen die Sozialdemokraten, wie etwa Friedrich Merz meint, gezielten Selbstmord an ihrer Partei, wenn sie unter anderem beschließen, die von Gerhard Schröder unter dem Titel Agenda 2010 in Gang gesetzte Politik des Förderns und Forderns endgültig zu beerdigen und sich sozialpolitisch wieder allein auf das Fördern und die Verteilung zusätzlicher Sozialleistungen zu verlegen? Oder sind sie tatsächlich der Meinung, mit dieser Politik ließe sich bei den kommenden Bundestagswahlen ein Wahlergebnis von dreißig Prozent erzielen, wie es ihnen von ihrem neuen, gendergerecht gewählten Führungs-Duo versprochen worden ist?

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